Wie Du vielleicht weißt, bin ich viel auf Twitter unterwegs. Und heute tauchte dort diese Frage auf:

 

Es ist mir ein Rätsel,wie man Homeoffice mit anw. Kindern macht+dass Arbeitgeber das akzeptieren. Man kann doch da gar nicht arbeiten.

 

Ich selber habe nun seit ca. einem Jahr ein Home Office. Am Anfang waren unsere Kinder also noch 3,5 und 1,5 Jahre alt.

Zudem lebten wir die letzten 4 Jahre ohne Kinderzimmer. Denn das „zusätzliche“ halbe Zimmer in der neuen Wohnung nutzten wir zwei Jahre lang als Arbeitszimmer.

Im April sah die Arbeit zuhause dann so aus:

Denn natürlich beschäftigen sich unsere Kinder am Liebsten mit dem Elternteil, dass grad eigentlich voll viel zu tun hat. Wenn wir am Computer saßen, hatten wir also oft ein Kind auf dem Schoß, dass entweder malte, mit meinen Gliederpuppen spielte oder..uns in die Tasten pfuschte.

Wenn ich nähen musste, durften die Kinder kurze Zeit zu gucken, sollten dann aber bitte auch wieder ins Wohnzimmer zu Papa gehen, denn ganz ehrlich ..ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ich alle 2 Sekunden gefragt werde, was ich da mache. Warum die Maschine jetzt dies oder jenes tut. Und Kind auf dem Schoß beim Nähen geht einfach nicht, wenn die Maschine so viele tolle Knöpfe hat.

 

Aussergewöhnliche Arbeitzeiten

 

Also fing ich an nur noch zu arbeiten, wenn die Kinder schliefen oder anderwärtig betreut wurden. Das schränkte mich natürlich stark in der Arbeitszeit ein. Wurde aber mehr, als Äffchen im August auch zur weltbesten Tagesmutter kam.

Dann arbeitete ich aber trotzdem meistens nur, wenn die Kinder nicht da waren. Wenn es nicht anders ging und ich arbeiten musste und der Bär GANZ unbedingt bei mir sein musste, hatten wir eine Playmobil-Kiste im Büro etabliert. Äffchen war noch in der „Ich-stecke-mir-alles-in-den-Mund“-Phase und so war das Playmobil exklusiv nur hinter der Gittertür.

Als ich mich entschied, dass ich weniger arbeiten würde, beschlossen wir auch die Wohnung – mal wieder – umzuräumen und aus dem Büro wurde ein Kinderzimmer. Aus der Spielecke im Wohnzimmer eine Arbeitsecke.

 

Und ich verrate euch mal ein Geheimnis: Seit dem, können wir tatsächlich entspannter zuhause arbeiten. Oder zumindest öfter.

 

Noch immer sitzen wir, wenn wir am Pc sitzen, oft mit Kind auf dem Schoß da. Und noch immer kommen die Kinder alle 2 Minuten schauen, was wir machen.

Aber es hat sich etwas anderes verändert. Wir haben in unserer Arbeitsecke tatsächlich mehr Platz um die Kinder zuschauen zu lassen, was wir da gerade machen. Sie rücken uns weniger „auf die Pelle“ und können auch mal Abstand halten. (Das Bügelbrett dient dabei oft als Grenze) Da aber keine Tür den Weg versperrt, fühlen sie sich nicht ausgesperrt und können jederzeit auch ganz nah an Mama und Papa ran.

 

Natürlich hilft es auch, dass sie beide langsam lernen gemeinsam oder für sich alleine zu spielen. Und Bücher mit einer CD auf der das Buch vorgelesen wird. Die sind unsere absolute Rettung, wenn wir mal 20 Minuten ungestört arbeiten müssen.

Immer noch liegen meine Hauptarbeitszeiten trotzdem in den Abwesenheitszeiten der Kinder. Oder – wie jetzt – wenn sie im Bett liegen. Wobei ich Abends/Nachts nur noch leise Arbeiten verrichten kann, damit die Kinder nicht von der Nähmaschine aufwachen.

2 Replies to “Home Office mit fordernden Kleinkindern”

  1. Es findet sich doch immer ein weg, alles unter einen Hut zu bringen. Das schöne ist ja, wenn man es geschafft hat, kann man gemeinsam mit den Kindern arbeiten. Was gibt es den schöneres? Viele Eltern die ich kenne gehe oft außer Haus, wenn die Kinder noch schlafen und schaffen es vielleicht sie ins Bett zu bringen.

    1. Hallo Andreas,

      leider findet sich nicht immer ein Weg. Gerade mit sehr fordernden Kindern, die eine ständige Aufmerksamkeit des Elter verlangen, ist es unmöglich Arbeiten zu erledigen für die ein gewisser Grad an Konzentration von Nöten ist.
      Nicht um sonst ist es auch immer noch mein Ziel mein Home Office (größten teils) auszulagern und ein Ladengeschäft zu eröffenen.
      Auch besteht im Home Office viel zu stark die Gefahr, dass die Arbeit nicht als solche wahr genommen wird (Vom Partner und/oder dem Umfeld) und man ständig zu hören bekommt: „Warum..? Du bist doch eh zuhause?!“ oder „Kannst du mal..du bist doch eh zuhause“

      Ich weiß, dass ein Ganztags Job außer Haus auch sehr anstrengend für eine Familie ist. Es gibt noch sehr viel zu tun für die Politik und für die meisten Firmen um die Vereinbarkeit von Familie mit dem Beruf wirklich zu 100% möglich zu machen. Mit individuellen Möglichkeiten für jede Familie.

      Liebe Grüße
      Lela

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