Kennt ihr diese Mütter?

Die, die auf Bänken sitzen, Kaffee trinken und mit einer Freundin sprechen? Oder lesen?

Diese Mütter (und natürlich auch Väter), die sich scheinbar gar nicht für das Geschehen auf dem Spielplatz interessieren? Bei denen man sich auf weitläufigen Spielplätzen fragt: „Wo ist denn das Kind von der?“

Ich bin so eine Mutter.

Gestern saß ich auf dem Spielplatz. Leider ohne Kaffee, den hatte ich in der Wohnung stehen lassen.

Und unsere Kinder rannten umher, sprangen in Pfützen, warfen Knallerbsen und verschwanden hinter Hecken. Nur um dann auf der Rutsche wieder aufzutauchen. Sie kletterte, lachten, stritten und schubsten sich gegenseitig auf der Schaukel an.

Um uns herum saßen die Eltern auf dem Steinboden am Sand, liefen den Kindern hinterher oder halfen ihnen auf das Klettergerüst hoch.

Ab und an streifte mich ein zweifelnder Blick. Manchmal auch ein Vorwurfsvoller.

So war ich auch mal.

Es ist gar nicht so lange her, da saß ich auch auf dem kalten Stein. Und lief den Kindern von einem Spielgerät zum Nächsten hinterher. Ich schlichtete Streit und wies meine Kinder an, bitte zu fragen, wenn sie das Spielzeug von anderen Kindern wollten.

Ich wurde immer genervter. Und Spielplätze machten mir absolut keinen Spaß. Ständig rief eins der Kinder nach mir. „Mama, ich will schaukeln“ – „Mama, du sollst mir da hoch helfen!“ – „NEIN MEINE MAMA!“

Die Bank mein neuer Freund

Irgendwann ging ich mit meiner Mutter auf einen Spielplatz. „Nehmen wir die Schaukel?“ Ich sah meine Mutter etwas verwirrt an. Sie deutete auf eine Art Hollywoodschaukel und wir setzten uns. Als die Kinder anfingen nach mir zu rufen, blieb ich sitzen. Ich wollte nicht mehr auf dem Spielplatz rumturnen. Meine Kinder sind alt genug, dass die alleine gut klar kommen. Sie kommen alleine fast über all hoch. Und wo sie nicht hoch kommen: Dann übt es, bis hier hoch kommt. Ihr schafft das!

Meine Mama erinnerte mich daran, dass ich meine Kinder mehr machen lassen muss. Dass ich ihnen mehr vertrauen muss.

Sie können Streit schlichten.  Sie können sogar friedlich spielen. Zusammen. Oder getrennt. Draußen jedoch meistens zusammen.

Sie können das alles. Wir müssen nur wieder lernen zu vertrauen.

Und ich sitze da und trinke meinen Kaffee.
Ich bin eine Latte-Macchiato-Mama

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