Schon die Sesamstraße singt:

Der, die das.

Wer, wie, was?

Wieso, weshalb warum?

Wer nicht fragt, bleibt dumm.

Sesamstraße, Titelsong

 

Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie probieren alles unbekannte mit viel Spaß aus.

Und sie fragen.

Es gibt dieses Alter, in dem sie besonders oft ein Wort benutzen, dass Eltern dann sehr schnell sehr auf die Nerven geht:

Waruhuuum?

 

Lange bin ich standhaft geblieben und habe auf jedes „Waruuuhuuum?“ mit einer mehr oder weniger fundierten Antwort aufgewartet.

Irgendwann als der Bär so ca. 2 Jahre alt war und jeden Tag immer wieder fragte, warum es regnet..fing ich an mir lustige Geschichten auszudenken, warum es regnen könnte.

Das fand der Bär weniger witzig.

Also wieder jeden Tag geduldig erklärt, dass Wasser verdampft, dieses verdampfende Wasser oben im Himmel wieder abkühlt, sich die Wassertropfen anziehen und Wolken bilden…etc. Du weißt ja wie Regen entsteht.

 

Zugegebenermaßen ging auch uns irgendwann dann die Geduld flöten und uns rutschte auch mal ein „Darum!“ raus.

Unangenehmer Nebeneffekt war, dass wir damit bewirkten, dass jede „Warum..?“-Frage unserer Seite mit „Darum!“ beantwortet wurde.

 

„Die Antwort ist keine Darum!“

 

Echot mittlerweile unsere Tochter lauthals, wenn der Bär uns so antwortet.

Allerdings habe ich irgendwann versucht den Kindern zu erklären, dass NUR „Darum“ keine vollständige Antwort ist. Kam wohl noch nicht so ganz an.

Also kommt der empörte Ausruf auch, wenn wir auch nur das Wort „Darum“ erwähnen.

 

Neugierde ist ein wertvolles Gut.

 

Ich kenne sehr viele Erwachsene, die nicht mehr neugierig sind. Sie probieren nichts Neues aus. Essen nur, was sie kennen.

Das stimmt mich oft traurig.

Neugierde öffnet Horizonte und Türen. Wer neugierig ist, kann lernen.

 

Aber wie erhalten wir jetzt die Neugierde unserer Kinder?

 

Wir versuchen weiterhin alle Fragen so detailiert, wie gewünscht zu beantworten. Die Tochter gibt sich noch meist mit sehr oberflächlichen Erklärungen zufrieden, der Sohn möchte mehr wissen. Wir gehen in die Bibliothek und leihen Sachbücher für Schulkinder und Erwachsene aus, wir kochen Essen, dass wir vorher noch nie hatten.

Momentan hegt unser Sohn den Wunsch programmieren zu lernen. Verständlich bei der Familie. Wir haben ihm versprochen, dass er das lernen darf und wir etwas passendes für ihn suchen, dass er sich zu seinem Geburtstag im Sommer wünschen kann.

Und schreiben. Schreiben lernen scheint ihm momentan sehr wichtig zu sein. Wahrscheinlich um programmieren zu können.

Und natürlich zeigen wir ihm, wie man schreiben kann.

Einem Interesse dann entgegen zu kommen, wenn es auftaucht, ist für die Erhaltung der natürlichen Neugierde genauso wichtig, wie den Horizont durch neue Reize zu erweitern.

 

Ich persönlich lerne heute noch gerne neue Dinge kennen. Oder eigne mir neue Fähigkeiten an. Es macht mir Spaß Dinge auszuprobieren und lernen bereitet mir Freude.

Und wahrscheinlich bin ich meinem Umfeld als Kind mit einer Frage ziemlich auf die Nerven gegangen.

 

„Waruuhuuum?“

 

Deine

Lela

 

P.S.: Wir sind die mit dem Klugscheißer-Kind, dass mit dem anderen Klugscheißer-Kind streitet ob die Tiere im Zoo nun Alpakas oder Lamas sind. Wir lesen nun immer die Schilder, bevor wir antworten.

 


 

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