Meine eigene Entwicklung

Wenn ich mir meine Kindheitsfotos ansehe, kann ich heute oft nur den Kopf schütteln. Ich hatte WIRKLICH komische Sachen an.

Aber daran waren bei Weitem nicht meine Eltern schuld. Denn ich hatte laut meiner Mutter schon sehr früh meinen eigenen Willen, was Mode betrifft.

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Der gelbe Pullover zum lila Kleid

Meine früheste „Modeerinnerung“ ist eine Situation in Afrika. Ich war 5 Jahre alt. Fast 6. Und habe mich geweigert meinen senfgelben Mickey-Maus Pullover auszuziehen. Der Grund war ganz simpel… mir gefiel der Ausschnitt des (echt schönen, afrikanischen..) Kleides nicht. Natürlich habe ich diesen Grund auf gar keinen Fall meiner Mutter verraten. Das Kleid war neu, ich wollte es UNBEDINGT haben. Und wenn ich mich recht erinnere war es auch nicht gerade billig. Also trug ich tapfer in sengender Hitze einen gelben Pullover über einem lila Kleid.

Auch das Outfit für meine Einschulung suchte ich mir selber aus. Ein Hosenrock. Ernsthaft.

Ich kann mich erinnern, dass ich mit meiner Oma die ein oder andere leichte Auseinandersetzung hatte, weil ich die Socken mit Rüschen doof fand. Oder die Mädchenschlüpfer mit Zackenlitze. Das Thema Unterhosen schien mich schon früh zu beschäftigen 😉

 

Mit 5-6 Jahren mag das irgendwie normal klingen. Aber meine Mutter erzählte mir, dass ich schon als Baby genau wusste, wenn ich etwas nicht anziehen wollte. Und das auch kundgetan habe.

 

Mittlerweile bin ich selber Mutter. Trage immer noch gerne Teile, die ich mir vor 10 Jahren gekauft habe. Viel hat sich in meinem Stil nicht mehr getan.

Und nun erlebe ich schon seit einer Weile am eigenen Körper, wie sich der Modegeschmack eines Kindes entwickelt.

 

Meine Kinder und Mode

Beim Bären fing es ungefähr mit 20 Monaten an.

Plötzlich wollte er manche T-Shirts nicht mehr so recht anziehen.

Und da wir Schuhe kaufen mussten…wurde auch das schwierig. Dieses mal aber nicht nur wegen seiner Fußform. Es wurde wärmer. Mit viel Überzeugungskraft schafften wir es ihm im Hochsommer auch mal eine kurze Hose anzuziehen. Oder luftigere Schuhe OHNE Socken. Nach unserem Umzug jedoch waren seine Sommerschuhe irgendwie nicht auffindbar. Barfuß wollte der Bär auf keinen Fall. Gleichzeitig entwickelte er ein Gespür für Farben. „Das ist mir zu blau!“ und ähnliche Sätze bekam ich regelmäßig beim durchsehen der T-Shirts gesagt. Also zog ich los um mit ihm Notfall-Latschen zu kaufen. Ich war der festen Überzeugung, er würde rote auswählen. Denn es bildete sich langsam heraus, dass dies seine Lieblingsfarbe werden sollte. Als wir jedoch in den Läden einige Schuhe durch hatten („Mama die passen nicht!“) fanden wir ein Paar mit dem roten Auto von Cars und ein besser passendes Paar. Nicht rot. Ich war wirklich überrascht, als er dann das besser passende Paar wählte. Und da es dieses in 3 verschiedenen Farben gab war ich noch überraschter, welche Farbe er wählte: gelb! Ich muss gestehen, dass ich es in dem Sommer aufgegeben habe ihn so anzuziehen, dass es gut aussehen könnte. Denn mit DEN Schuhen war das eh unmöglich. Seit dem sucht er sich aus, was er anziehen möchte. Wenn ich mal mit ihm in einen Laden gehe, muss er auch anprobieren, was wir raus suchen. Ansonsten kann ich mir sicher sein, dass es ihm am Ende dann doch nicht gefällt. Der Stil vom Bär derzeitig: Oversized. Er liebt Kleidung luftig weit. Rosa und Glitzer darf auch gerne. Aber noch lieber rot. Und Autos. Und Raketen. Und heute eröffnete er uns, dass Pullover nicht einfarbig zu sein haben.

Das Äffchen hat gerne etwas auf dem Kopf. Und liebt rosa.
Das Äffchen hat gerne etwas auf dem Kopf. Und liebt rosa.

Das Äffchen kommt da noch mehr nach mir. Bei ihr fing das alles viel, viel früher an.

Eines Tages saßen wir in der U-Bahn. Das muss so um ihren ersten Geburtstag gewesen sein. Sie zeigte ganz begeistert immer wieder auf die Tasche und die Jacke der Dame neben mir. Ich war irritiert. Irgendwann begriff ich, was sie mir sagen wollte: „Mamaaa guck mal! Die Jacke und die Tasche haben die gleiche Farbe und sind aus Leder!“ Nachdem ich das nämlich laut gesagt habe (die Blicke der Mitreisenden waren etwas irritiert), strahlte sie mich an, als hätte ich ihr gerade einen Lolli mit rosa Glitzer in die Hand gedrückt.

Aber auch schon vorher hatte ich ein „Aha“-Erlebnis. Ich wollte sie umziehen, weil sie gepullert hatte. Und sie weinte ganz bitterlich und schlug immer wieder nach der (grauen) Hose in meiner Hand. Irgendwann nahm ich einfach eine andere Hose. Eine Blaue. Sonst identisch. Und plötzlich war alles okay!

 

Nicht immer lassen wir sie jetzt ihre Kleidung selber aussuchen, sie würde den ganzen Schrank auf einmal anziehen! Aber ich frage sie schon meistens, was sie anziehen möchte. Ob das okay ist, was ich heraus gesucht habe. Und manchmal holt sie sich selber etwas und fordert ein dieses Kleidungsstück jetzt anzuziehen. Und manchmal läuft sie dann halt drei Tage in einem mega dreckigen Rock rum, weil sie ihn einfach so toll findet, dass ich gar nicht dazu komme ihn zu waschen.

 

Wann habt ihr gemerkt, dass eure Kinder einen eigenen Geschmack haben?

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