Mit machen Menschen komme Ich einfach nicht klar. Das hat keinen speziellen Grund. Es stimmt nur einfach die Zwischenmenschliche-Chemie nicht.

Ich versuche dann einfach den Kontakt höflichst auf das Nötigste zu beschränken und gut ist.

Aber wie machen das kleine Kinder?

Bei Babies sagt „man“ dann, dass sie fremdeln würden.

Wir haben das so nie gehabt. Wir hatten keine GENERELL fremdelnen Kinder.

 

Der Bär brauchte schon immer einen Moment um mit den Menschen warm zu werden. Mittlerweile geht er aber auch gut auf Menschen zu. Und erzählt Wildfremden auf der Straße, was wir so den Tag über vor haben.

 

Das Äffchen mag keine Männer. Besonders schlimm sind Männer mit Vollbart. Wir wissen nicht warum. Sie erkennt Männer selbst in einer großen Menge von Frauen, wenn sich beide Geschlechter eigentlich zum verwechseln ähnlich sehen.*

 

Und wenn’s gar nicht geht?

Sie weinen. Für uns Erwachsene ist es grundlos.

Der Bär hatte in der ersten KiTa-Eingewöhnung ein Mädchen mit dem er absolut und rein gar nicht konnte. Wenn sie sich näher als zwei Meter kamen, haben sie so laut und extrem gestritten und sich geschlagen, gehauen etc, dass die Erzieher*innen regelmäßig überfordert waren. Auch mir wurde das schnell zu viel. Und ich bin mir sicher, dass diese Situation dann zum grundsätzlichen Scheitern dieser Eingewöhnung beigetragen hat.

 

Mittlerweile ist er bei einer wundervollen Tagesmutter eingewöhnt.Wobei eingewöhnt nicht so ganz stimmt. Er brauchte sich gar nicht dran zu gewöhnen.

Er mochte sie von Anfang an. Hat sich sogar körperlich genähert.

Der Bär mit seiner Ziehschwester.
Der Bär mit seiner Ziehschwester.

Mit den Kindern kommt er auch gut klar. Eins von den vier anderen Kindern kennt er aber auch schon quasi sein ganzes Leben.

Ein Glücksfall also.

 

Außer, wenn die Vertretung da ist.

Vor einem Monat ungefähr musste die Vertretung länger einspringen.

Plötzlich kam der Bär mit obskuren Geschichten heim. Vom Schlafzwang und Auffesszwang. Die Vertretung erzählte (was mir eh schon komisch vor kam), dass der Bär sich mittags in den Schlaf brüllte. Wir haben ein paar mal mit ihr gesprochen**. Der Bär wollte immer weniger hin gehen. Kurz vor „geht gar nicht mehr“ kam Gott sei dank unsere Tagesmutter wieder.

In einem ruhigen Moment einige Tage nach der Akklimatisierung fragte ich den Bären mal so ganz beiläufig, warum er die Vertretung denn nicht mag.

"Ich mag ihr Parfüm nicht!"

Als ich die Vertretung dann das nächste Mal sah, erwähnte ich das. Sie nickte verständnisvoll und hatte wohl auch ein Anderes aufgetragen. Angeblich war alles okay zwischen ihr und dem Bären. Sie wären jetzt ganz dicke Freunde***. Der Bär wirkte okay und wir haben es innerlich abgehakt.

 

Bis ich dann einen Termin mit Alu von grosseköpfe hatte.

Der Plan war, dass der Papa den Bären wie immer zur Tagesmutter fährt, dann heim kommt, das Äffchen einpackt, mit ihr zur Uni fährt und ich derweil mich in Ruhe fertig mache, pünktlich zu Alu fahre und auf dem Rückweg entspannt einkaufe, bevor Papa, Bär und Äffchen wieder zuhause wären.

 

Realität war dann, dass der Papa mit dem Bären los fuhr.. und kurz darauf anrief.

"Die Vertretung ist da. Bär weint und will nicht hier bleiben. Auf keinen Fall. Ich komme wieder zurück."

Okay.

Ich also Alu gefragt, ob es okay ist, wenn ich den Großen mitbringe. Gut, dass das bei meinem Job im Großen und Ganzen möglich ist.

Nur das mit dem Duschen und mich entspannt fertig machen und Pünktlich los kommen. Das war dann halt ein Satz mit x.

 

Tatsächlich sind solche Fälle mit der Grund, warum ich mich selbstständig gemacht habe. Mit einem Gewerbe, bei dem Notfalls die Kinder dabei sein können.

 

Nach den Feiertagen war dann auch die Tagesmutter wieder da. Die Vertretung (wohnt im gleichen Haus) kam kurz mit dem Hund vorbei. Nur um Hallo zu sagen. Der Papa berichtete mir, dass der Bär sich direkt wieder panisch an seinen Beinen festklammerte und erst los lies, als klar war, dass die Vertretung nicht bleibt.

 

Wir haben natürlich noch mal mit beiden Frauen gesprochen. Es ist nichts vorgefallen, was dieses Verhalten rational erklären würde.

 

Er mag sie nur einfach nicht.

 

So gar nicht.

 

Und ganz ehrlich? Wer von uns würde gerne mehrere Stunden mit einem Menschen relativ eng verbringen, den er so wirklich gar nicht leiden kann?

 

 

* Getestet vor dem Kinderladen der Tagesmutter.

** Auch, weil sie konsequent mit Wegwerfwindeln gewickelt hat, statt mit unseren vorbereiteten Stoffwindeln.

*** Laut der Vertretung

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