Deocreme Freebook

Deo war für mich meine ganze Jugend hindurch ein schwieriges Thema. Und auch als junge Erwachsene in der Großstadt wurde dieses Thema für mich nicht einfacher.

Ich bin schon immer sehr geruchsempfindlich. Parfüm riecht für mich hauptsächlich nach Alkohol. So auch 90% der Sprühdeodorants. Ich besitze tatsächlich nur ein Parfüm. Und das nutze ich nur sehr selten.

Das Ding mit dem Schweiß

Und dann ist da diese Sache mit dem Schweiß. Schweiß selber stinkt ja nicht wirklich. Das tut er erst, wenn er erkaltet ist und sich Bakterien darin angesiedelt haben. Schweiß selber ist eine Körperfunktion die eigentlich genial ist. Sie regelt die Körpertemperatur. Total toll.

Mein Köper ist ein wenig seltsam. Ich schwitze vermehrt, wenn ich friere. Nicht wenn mir heiß ist. Und natürlich kühlt Schweiß schneller ab, wenn einem eh schon kalt ist.

Ich hatte lange ein Deo aus der Drogerie. Das hat einigermaßen gut funktioniert. Oft musste ich es trotzdem mehrmals am Tag benutzen. Denn ich mag den Geruch meines erkalteten Schweißes auch sowas von gar nicht.

Und dann haben die einfach das Rezept geändert.

Auf der Suche

Also habe ich mich wieder durch die Regale probiert. Mit Aluminium. Ohne Aluminium. Antitranspirant, Deospray, Deoroller, Körperpuder,..

Meine Nase war nicht erfreut über diese Experimente.

Dann stieß ich auf eine Internetseite, die mit einer Deocreme warb, welche wohl richtig gut wirken sollte. Als endlich die Probesets wieder verfügbar waren, bestellte ich eins.

Gekaufte Deocreme

Die Düfte überzeugten mich und eine Freundin nur wenig. Wir probierten sie trotzdem aus.

Die Wirkung überzeugte uns aber. Nur der Duft… war absolut nicht unser Fall. Besonders nicht an uns.

Dazu kam, dass mir ständiges Porto, Verpackungsmaterialien und immer wieder neue Tiegel irgendwie nicht so umweltfreundlich vor kamen. Das hat mich allgemein schon immer gestört. Dieser ganze Müll.

Deocreme selbst gemacht

Ich recherchierte im Internet, wie man eine Deocreme selber machen könnte. 3 Tage lang las ich mich durch Deorezepte. Als Stick, zum sprühen und als Creme. Ich wollte eine Creme. Und kein Kokosöl, denn ich mag den Geruch von Kokos nicht an mir.*

Schlussendlich habe ich jetzt ein halbes Jahr lang mein Rezept immer und immer wieder verändert. Und das Ergebnis ist eine Creme, die relativ Geruchsneutral ist, wenn kein ätherisches Öl drin ist.

Was drin ist

Sheabutter: pflegt, ist schön cremig und riecht meistens nach Nichts. Bei Wikipedia fand ich außerdem folgende sehr interessante Information: „Sheabutter ist in reinem Zustand bis zu vier Jahre haltbar, auch in tropischer Hitze. Das Besondere an der Sheabutter ist der hohe Anteil an unverseifbaren Bestandteilen (etwa 75 % Triterpene, daneben Ölsäure, Triterpenalkohole, Vitamin EBeta-Karotin und Allantoin),[7] der Anteil liegt zwischen 8 und 11 % – im Vergleich zu Avocado-Öl 6 %, Sesamöl 1,5 %, Olivenöl 1,2 %. Sheabutter enthält hauptsächlich langkettige, ungesättigte Fettsäuren, Hauptbestandteile sind Ölsäure(40–55 %), Stearinsäure (35–45 %), Linolensäure (3–8 %) und Palmitinsäure (3–7 %).

Für den Export wird Sheabutter jedoch häufig raffiniert: Das so entstehende Fett ist geruchlos, zäh, in der Farbe weiß. Der Inhaltsstoff Beta-Karotin (gelbe Farbe) geht dabei verloren, weitere Untersuchungen bezüglich verloren gegangener Inhaltsstoffe sind nicht bekannt.“

Man bekommt sie auch unraffiniert und in großen Eimern, da sie lange haltbar ist lohnt sich die Anschaffung größerer Mengen.

Kakaobutter: Ist ähnlich wie Sheabutter, nur fester. Für Kosmetik bekommt man sie in Palletsform, so lässt sie sich leichter dosieren und schmilzt gleichmässiger. Ich setze sie nur sparsam ein, da die Creme sonst schnell zu fest wird.

*Kokosöl: Ist jetzt doch drin gelandet. Aber in einer sehr, sehr geringen Dosierung. Und somit nicht herausriechbar. Im Sommer kann es vollständig weggelassen werden. Koksöl gibt es auch Geschmacks- und geruchsneutral. Ich weiß aber auch, dass das schwieriger zu bekommen ist und habe deswegen die Option frei gelassen es weg zu lassen.

Öl: In flüssiger Form. Macht die Creme schön geschmeidig und wenn man wohlriechende Öle wie Rosenöl, Himbeeröl, Granatapfel oder das Lieblingsweledaöl nimmt, kann man sich Duftzusätze sparen.

Natron: Der Kern der Deocreme. Ohne funktioniert sie nicht. Dazu empfehle ich nicht das grüne „Kaiser Natron“ aus dem Supermarkt zu nehmen. Das ist sehr grob und müsste noch zusätzlich gemörsert werden. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Natron von „VitaVegan“ gemacht. Das gibt es in Bioläden und Reformhäusern. Bei Apotheken bekommt man oft auch ein feineres Natron.

Ätherisches Öl: Bitte nur auf eigene Verantwortung benutzen und vorsichtig dosieren. Wenn Babies im Haushalt leben ganz weg lassen. Auch bei den Verdacht auf Allergien lieber verzichten – duftende Öle bieten eine gute Alternative. Allgemein machen sich Zitrone, Limette und Lavendel gut in Deodorants. Zitrone und Limette reduzieren die Schweißbildung etwas. Lavendel, Thymian und Rose wirken desinfizierend. Bitte beachtet bei der Wahl eures Duftes auch den Duft eures Duschgels, der Seife und/oder eures Parfums. Wenn es am Ende zusammen trifft, kann es sein, dass der Duft alles andere als angenehm wird. Allgemein entwickeln sich Düfte auf der Haut oft anders als im Tiegel. Blumige, zitronige und allgemein „leichte“ Düfte verfliegen schnell, holzige und erdige Düfte bleiben länger. Auch bei der Deodufterstellung sollte das „Kopf-Herz-Basis“-Prinzip aus der Parfümerie beachtet werden.

Das Mischverhältnis in dem Freebook ist meine Frühlingsmischung. Im Hochsommer mache ich den Kakobutteranteil größer, im Winter den Sheabutteranteil. So muss ich sie nicht im Kühlschrank lagern oder mit dem Spatel aus dem Tiegel holen.

Damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Öle nicht kaputt gehen, sollte die Creme in einem dunklen Tiegel aufbewahrt werden und trotz der angepassten Zutaten eher kühl stehen.

Deocreme Rezeptkarte

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Lieferzeit: Sofort
Gewicht: 0,00 g

Format: A6 (Postkartengröße)

Seitenanzahl: 2 (Beidseitig drucken)

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