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Die Läden hängen und stehen voll mit süßen Babysachen. Sicherlich habt ihr bei dem ein oder anderen Teil schon gedacht „Oooooh!!!! Das MUSS ich haben! Das ist SOOOO süß!!“Ich muss ja gestehen, dass mich der Gedanke öfter eingeholt hat als mir lieb ist. Gekauft habe ich trotzdem wenig. Nur bei Stoffen…aber das ist ein anderes Thema.

 

Besonders wenn Stoffwindeln und/oder windelfrei geplant sind heißt es:

 

Umdenken bei Kleidung

 

Bei Stoffwindeln braucht man tendenziell größere Bodies und Strampler. Auch Hosen passen häufig nicht über den Po. Denn die heutigen Schnitte sind fast immer für Wegwerfwindeln konzipiert. Bodies und Strampler erweisen sich in einem Leben ohne Windel schnell als unpraktisch und kompliziert.
Natürlich gibt es auch Hosen, T-Shirts, Pullover und co in so ganz Mini. Wer suchet der findet. Meiner Erfahrung nach ist es aber so, dass gerade die ganz kleinen Größen ganz komisch aussehen. Oder unbequem sind.

 

T-Shirts und Pullover rutschen gerne beim Hochheben des Kindes hoch. Normalerweise sind diese so kurz, dass sie auch nicht in der Hose drin bleiben wollen, wenn das Kind auf den Arm genommen wird. Also sieht man ständig nackte Babyhaut.

 

Ein Kleid, ein Kleid. Und gar nicht rosa!
Ein Kleid, ein Kleid. Und gar nicht rosa!

Hosen gibt es – dank Pumphosen-Boom – mittlerweile recht viele, die bequem sitzen und hübsch aussehen. Sie passen außerdem prima über Stoffwindeln drüber. Durch die Bündchen am Fußgelenk rutschen Pumphosen auch nicht ganz so schnell von den Beinen runter, wenn man das Kind abhält. Und ja..mir ist auch mal eine Hose im Klo gelandet. Problematisch wirds mit Hosen dann meist wieder beim Tragen: Sie rutschen hoch und werden zu kurz.

 

Kleider….ohne eingenähten Body…da musste ich wirklich lange suchen. Da will man sich einmal austoben und Babykleider kaufen. Und dann findet man keine. Oder nur wenige. Und dann war ich auch noch so anmaßend kein rosa zu wollen..ich glaube wir hatten dann 4 Kleider. Die wir auch gerne angezogen haben. Wenn unser Äffchen dann mal draußen was an hatte.

 

Und wenn man dann Pech hat..wird es Herbst. Und Winter. Es gibt ja böse Zungen, die uns vorher sagen, dass hier bald tropische Zustände herrschen und der Winter hier eh kein Winter mehr werden würde. Tja..aber es wird wohl trotzdem irgendwie immer Familien geben, die irgendwo im Winter versuchen windelfrei zu praktizieren.

 

Idealerweise kann jetzt Mama oder Papa einen Schneeanzug nehmen, den Reißverschluss raus trennen, nach hinten die Öffnung verlängern und einen Zwei-Wege-Reißverschluss einnähen. Oder das Kind ist schon groß genug bei den gängigen Herstellern eine Schneehose zu finden, die nicht bis zur Brust geht.
Denn wenn das Kind in einem Overall oder einer Latzhose (unter einer Jacke) mal muss, dann hat man als Elternteil ein Problem. Zumindestens, wenn das Kind nicht in die Windel pullern möchte. Oder gar keine an hat.
Ich weiß auch, dass es vorkommen kann, dass nach der kalten Jahreszeit ein „Streik“ einherfällt. Das heißt: Das Kind sagt nichts mehr, wenn es mal muss. Oder auch wenn es schon hat. Manchmal bestreiken sie auch das Abhalten und verlangen die Windel.

 

Wollhose und Mantel - noch ohne Knöpfe.
Wollhose und Mantel – noch ohne Knöpfe.

Bei uns hat es trotz dick eingemummelt unter dem Tragetuch und Tragecover immer ganz gut geklappt, wenn wir draußen waren. Der erste Winter war ja aber auch noch mit ganz kleinem Äffchen. Der zweite Winter – also dieser „Winter“ wurde etwas komplizierter, hat aber irgendwie trotzdem weitestgehend funktioniert. Immerhin haben wir keinen Streik. Und auch keine Pause. Dafür hat unsere Tochter jetzt eine Wollhose und einen Wollmantel. Sie hat sich ein…Pink ausgesucht. Kinder…Als wir dann doch kurz mal Schnee hatten (Ja auch in Berlin kommt mal Schnee) haben wir ihr einfach eine Matschhose und Softshelljacke drüber gezogen. Hat irgendwie gepasst. Aber abhalten oder auf Klo gehen wäre in dieser Montur undenkbar gewesen. Wir sind gespannt, wie das nächsten Winter wird. Für die Regentage habe ich ihr jetzt schon bei einer Regenhose den Latz abgeschnitten und Bündchen angenäht. Vielleicht wage ich mich doch auch mal an einen Regenmantel. Ohne Kapuze. Für unsere großen Köpfe passen die nämlich eh nie und deswegen bevorzugen wir modulare Kopfbedeckungen. Also Regenhut. Der dreht sich wenigstens auch vernünftig mit dem Kopf mit.

 

Und genau an diesem Punkt – der Unmöglichkeit des Abhaltens – komme ich zu meinem nächsten Punkt:

 

Backups

 

Natürlich darf man bei windelfrei Windeln benutzen. So genannte „Back ups“. Es gibt verschiedene Methoden eventuelle Unfälle aufzufangen. Da ich hier hauptsächlich jetzt von unseren Erfahrungen schreibe, schreibe ich euch wie wir das gemacht haben. Und immer noch machen, wenns sein muss. Also zum Beispiel, wenn wir eine Stunde lang Bahn fahren müssen. U-Bahn. Da ist keine Toilette…

 

PUL Schlupfüberhose von HuDa - ein Fall von "Oh ist die süüüüüß!"
PUL Schlupfüberhose von HuDa – ein Fall von „Oh ist die süüüüüß!“

Ganz am Anfang, als das kleine Äffchen geboren wurde, haben wir ihr zuhause eine Mullwindel unter den Popo gehalten. Oder auch mal richtig umgelegt und die Überhose aus gelassen. Das war für uns das praktikabelste, denn: hat sie dort reingepullert konnten wir das Tuch einfach in den Windeleimer werfen und ein neues Tuch nehmen. Werfen sei hier ruhig wörtlich zu nehmen. Ich bin häufig nicht ein mal ins Badezimmer rein gegangen, sondern habe von der Tür aus geworfen. Nachdem wir festgestellt haben, dass die Wollüberhosen dem Druck durch das Tragetuch nicht stand halten.. und wir das Tuch und unsere Klamotten im Park zum Sonnen-trocknen ausgelegt hatten, sind wir für draußen auf PUL-Schlupfüberhosen umgestiegen. Nachts hat sie weiterhin die Mullwindeln mit Wollüberhose an bekommen. Wir haben lange nicht saugstarkes rein getan, sondern bei jedem Pipi gewechselt. Als ich im Herbst mit den Kindern und meiner Mutter bei meinem Opa war, ist die Kleine genau 3 mal pro Nacht wach geworden, hat gestillt, gepullert.. und nach dem wickeln weitergeschlafen. Im Nachhinein denke ich mir: Warum habe ich mich da noch nicht getraut Nachts abzuhalten?

 

Sie wurde schnell mobil. Mullwindel ohne Überhose ging nicht mehr, denn die SNappy verfing und öffnete sich pausenlos. Unterhosen mussten her. Richtig gut fanden wir Nichts, was wir so im Internet fanden. Und die Unterhosen bei den örtlichen Läden passten einfach alle nicht so recht. Saugten außerdem nichts auf..und sowieso und überhaupt. Also wurde ich wieder erfinderisch… und die Käferhose entstand.
Für Unterwegs brauchten wir nun auch etwas, was einfacher in der Handhabung war. Das Stoffwindeltestpaket ergab für uns: Alle Klettverschlüsse drücken unserem Äffchen in den Bauchspeck, Druckknöpfe bekomme ich nicht schnell genug zu.

 

Da fiel mir ein: Wir haben doch noch für den Bären gekaufte gDaiper irgendwo rumliegen..die mag er nicht. Aber vielleicht..

 

So viel zu groß war sie dann doch nicht.
So viel zu groß war sie dann doch nicht.

Am 06.12.14 probierte ich also unserer 5 Monate alten Tochter Windeln an, die ihr eigentlich hätten viel zu Groß sein müssen.
Aber sie passten. Der hinten sitzende Klett drückte nirgends und außerdem war ich wieder schneller im Wickeln – denn das geht mit hinten liegenden Klettverschlüssen sogar, wenn das Kind wegkrabbelt. Einlegen tun wir in die Windeln so ziemlich alles: Prefolds aus Baumwolle, Prefolds aus Bambus, Mullwindeln, original Einlagen.. und kürzlich probierten wir sogar die Wegwerfeinlagen eines Supermarktes aus, weil wir bei den Schwiegereltern nicht waschen wollten. Die Gs sind bis heute unser Draußen-Backup. Manchmal ziehen wir aber auch eine Trainerwindel an..von denen haben wir so 1-2. Selten im Einsatz, weil sie bei uns chronisch auslaufen..aber manchmal eben doch. Mittlerweile trauen wir uns aber auch zunehmend ohne Back Up raus.

 

In seltenen Fällen haben wir auch WWW angezogen. Bevorzugt die Höschenwindeln, denn die sind in der Handhabung mit einem Zappelfloh einfach..einfacher.

 

Eigentlich ist es egal WAS man als Back Up nutzt, wichtig ist: in Kommunikation bleiben!

 

 

In Teil 2 kommt dann:

  • Nachts im Halbschlaf
  • Sonstiger praktischer Kram
    • Besonders draußen/unterwegs!

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