Unkonventionelle Wege

Wer mich und mein Unternehmen schön länger verfolgt weiß, so ganz „normal“ verläuft mein Weg nicht.

Das liegt natürlich nicht NUR daran, dass ich da so ein Thema mit Plänen habe. Sondern auch daran, dass ich nicht unbedingt die konventionellen Wege einschlage.

Als Jugendliche habe ich die Schule abgebrochen, nach dem ich eine Klasse übersprungen habe – wer macht denn sowas? Na ich.

Dann bin ich – obwohl (oder gerade weil?) ich aus einem „behüteten“ Familienleben kam, mit der vollen Unterstützung meiner Eltern mit 17 (meine Mama sagt 16, aber ich bin noch einmal ein Jahr zurück gezogen, deswegen ziehe ich das einfach mal ab) nach Berlin gezogen. Ohne Familie in Berlin. Ohne Ausbildung. Ohne Job – wer macht denn so was?? Auch hier: Na ich.

Dann bin ich von Beruf zu Beruf gehüpft – alles ohne Ausbildung. Habe das Fernabitur geschmissen und schrieb mit knapp 19 meinen ersten Businessplan. Welche 19-Jährige weiß denn so, was ein Businessplan ist?

Geradlinige Wege, die „man“ halt so geht, die liegen mir irgendwie nicht.

Und deswegen gründete ich Nahtkäfer auch ganz unkonventionell ohne jegliche Art von Budget.

Eh schon „von der Hand in den Mund“-lebend, steckten wir einfach jeden Cent, den wir irgendwie ausgeben konnten in Nahtkäfer. Ungefähr ein mal im Jahr bekam ich ein größeres Darlehen aus der Familie. Größer meint damit im unteren 4 Stelligen Bereich. Also..so maximal 2.500 Euro. Ums mal laut auszusprechen.

Gestern ging mein erster SO RICHTIG persönlicher Newsletter raus. Persönlich und lang. So offen habe ich über bestimmte Dinge noch nie gesprochen und werde es im öffentlichen Internet auch niemals tun, denn das Internet vergisst bekanntlich nie.

Und dort sprach ich wieder einen unkonventionellen Weg an.

Der konventionelle Weg

wäre aktuell wohl, dass ich ein Crowdfunding starten würde. Zeit investieren. Businessplan schreiben. Raus finden, wieviel Kapital ich bräuchte um:

  • ein größeres Atelier und Lagerräume anzumieten
  • eine neue Schneiderpuppe zu kaufen (oder zwei, weil ich natürlich eine für Erwachsene und mindestens eine für Kinder bräuchte)
  • Das ganze Ding einzurichten
  • Materialien einzukaufen
  • eine_n Buchhalter_in zu bezahlen
  • jemanden für die Reinigung der Räumlichkeiten zu bezahlen
  • eine_n Steuerberater_in zu bezahlen
  • jemanden zu finden, der mit mir näht damit ich nicht nur Bestellungen abarbeite, sondern auch Produkte entwerfen und Prototypen entwickeln kann
  • Kinderbetreuung
  • 1 Jahr zu „überleben“
  • Werbematerialien zu produzieren bzw produzieren zu lassen
  • Werbung zu machen

Das ginge relativ fix, sobald ich die Kosten alle recherchiert hätte. Ich hab da so eine Datei, die das quasi für mich kalkuliert. (Andere Gründende dürfen sich dafür gerne an mich wenden.)

Wenn das Crowdfunding nichts werden würde (also alle Zeit und Kraft „sinnlos“ investiert worden wäre, denn es kostet unglaublich viel Kraft und Zeit, wenn man nicht gerade super mega die Riesen Community hat) müsste ich mit dem Businessplan zu Bank meines Vertrauens. Wer meine kurze Instastory gesehen hat, wie nervös ich vor die Kamera getreten bin, mich umgeschaut habe und wieder gegangen bin, ahnt vielleicht, dass so ein Pitch vor einer Bank nicht unbedingt meine liebste Option ist.

Unkonventionell. Das kann ich.

Ihr habt es gelesen: ich brauche irgendwie Zeit um Prototypen her zu stellen.

Aktuell bin ich endlich bei meinem Etappen-Ziel angekommen nicht mit mehr Ausgaben am Ende des Monats da zu stehen, als Einnahmen da waren. Ich habe also Gewinn erzielt. Das erste Mal seit der Babypause.

Aber ich habe weder meine Buchhaltung geschafft, noch geputzte, noch meine Steuererklärung auch nur angesehen oder an neuen Ideen arbeiten können. Und diese sprudeln in meinem Kopf ohne unterlass.

Es fehlt an Zeit.

Und das nicht nur wegen dieses Wortes mit C, dass schon niemand mehr hören kann.

Es war seit meiner Gründung 2016 nie wieder mein Ziel von jetzt auf gleich mit 50.000 Euro Fremdkapital einen Laden aufzumachen. Ich erwarte nicht ein mal in meinem (3.) ersten Jahr am Ende des Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, auch wenn es schön wäre.

Aber ich möchte mir von euch Zeit spendieren lassen.

Mit einer Plattform wie Patreon oder Steady möchte ich mit euch eine Community gründen, in der ich euch meine Prototypen zeige, mit euch an neuen Ideen arbeite und auch mit euch meine Ideen dann ausprobiere und umsetze.

Ich brauche eine Community, die mir neue Ideen (oder in unserem Fall eher „neue Probleme“) liefert, wenn ich selbst nicht mehr stille. Meine Kinder alle trocken sind und schwanger bin ich ja nun auch schon eine Weile nicht mehr.

Ich brauche Familien, die dann für mich ausprobieren, ob unsere Ideen und meine Umsetzung das Problem lösen.

Ich brauche Menschen, die einfach meine Vision geil finden, aber irgendwie meine Produkte leider gar nicht brauchen.

Und ich brauche Geld um nicht auf so viele Bestellungen wie möglich angewiesen zu sein.

Und wer weiß. Vielleicht kann ich dann im Januar auch jemanden einstellen, der oder die Seite an Seite mit mir eure Bestellungen abarbeitet und wunderschöne Dinge für euch Zaubert. (Wenn diese Person dann gerne Taschen näht, wäre das übrigens von Vorteil. Ich hasse die Dinger, hab da aber so eine Idee in der Schublade…)

Und jetzt ihr.

Auf Instagram (Story-Highlight „Wichtig“) und auf Twitter (angepinnter Tweet) könnt ihr aktuell abstimmen, ob ich lieber auf Steady oder Patreon diese Community gründen soll. Bitte macht bei den Umfragen mit und helft mir – danke ❤️

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